Folge 177 - Tefteli - Russian Meatballs
Shownotes
Zutaten: Tefteli aus dem Backofen (4-6 Portionen)
Für die Tefteli:
- • 1 kg gemischtes Hackfleisch
- • 150 g Parboiled-Reis
- • 160 g weiße Zwiebeln, grob gerieben
- • 2 Knoblauchzehen
- • 2 Eier
- • 2 TL Salz
- • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Für die Soße:
- • 200 g Möhren, grob geraspelt
- • 100 g weiße Zwiebeln, gerieben
- • 1 EL Pflanzenöl
- • 3 EL Tomatenmark
- • 4 Lorbeerblätter
- • 3 TL Gemüsebrühepulver
- • 500 ml heißes Wasser
- • 150 g Crème fraîche
- • 30 g Mehl
- • 50 ml kaltes Wasser
- • Salz und Pfeffer
- • Außerdem: 1 EL Öl für die Form
Hier findet ihr das komplette Rezept als PDF
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Transkript anzeigen
00:00:04: Null Sterne Deluxe.
00:00:07: Folge onehundert siebenundsiebzig.
00:00:15: Herzlich willkommen zur Null Sternen Deluxe, der Podcast rund um's Kochen essen und genießen in welchem du regelmäßig alle Basics rund um das Thema Kochen und Küche erfährst.
00:00:26: Um so authentisch zu kochen
00:00:28: wie Mama oder Omi
00:00:29: brauchst Du keine Tipp von angesagten Sterneköchen- oder Hippenfutbloggern sondern praxisnahe und bodenständige Hilfe Ohne Schnick und Schnack.
00:00:38: Und hier ist ein
00:00:39: Gast!
00:00:46: Hi, hier ist Damian... ...und ich danke dir dass ich in den nächsten Minuten zu Gast in deinem Ohr sein darf.
00:00:52: Manche Gerichte brauchen einen Reisepass und andere reisen einfach unter falschem Namen ein.
00:00:59: Nehmen wir mal die Frikadelle Die behauptet bei uns so gerne, sie sei ein urdeutsches Kulturgut.
00:01:05: Solide, bodenständig und seit Generationen fest verwurzelt zwischen Kartoffelsalat, Senf- und der warmen Theke beim Metzger.
00:01:13: Dabei ist die Idee, Hackfleisch mit irgend etwas zu vermengen rund oder flach zu formen und anschließend zu braten wahrscheinlich ungefähr so international wie der Streit darüber wer sie erfunden hat.
00:01:25: In Berlin heißt sie Bullette, in Bayern Fleischpflanzerl.
00:01:29: Anderswo Frikadelle, Fleischküchle oder Hacksteak.
00:01:32: In Schweden liegen ähnliche Bällchen neben Kartoffelpüree und Preiselbären.
00:01:40: Köfte.
00:01:41: Und irgendwo auf dieser langen Hackfleischstraße zwischen Persien, dem Osmanischen Reich, dem Balkan und Osteuropa treffen wir schließlich auf die russischen Tefteli oder wie man heute vielleicht etwas internationaler sagen würde Russian Meatballs.
00:01:57: Und schon der Name verrät ganz so eindeutig Russisch wie sie heute erscheinen sind vermutlich nicht einmal die Teftely.
00:02:05: Das Wort ist sehr wahrscheinlich mit Köfteverwand, seine sprachlichen Wurzeln reichen über das türkische bis ins Persiche zurück.
00:02:14: Aus einer Idee die über Jahrhunderte von Land zu Land wanderte wurde irgendwann ein fester Bestandteil der Russischen und später auch der sowjetigen Alltagsküche.
00:02:24: Das ist überhaupt das Schöne an solchen Rezepten!
00:02:26: Grenzen können verschoben werden, Staaten können entstehen und wieder verschwinden – das Hackbällchen bleibt.
00:02:34: Es passt sich einfach an.
00:02:36: Wo Brot vorhanden ist, kommt Brot hinein.
00:02:38: Wo Reis zum Alltag gehört nimmt man Reis!
00:02:41: Wo Fleisch teuer oder knapp ist wird die vorhandene Menge so gestreckt dass trotzdem alle am Tisch satt werden.
00:02:47: und wo ein Gericht besonders saftig werden soll wird offenbar so viel Zwiebel hineingearbeitet das eine durchschnittliche deutsche Frikadelle beim Anblick vermutlich sofort die Fassung verliert.
00:02:59: Denn genau das unterscheidet meine Tefteli heute von den Frikadellen normalerweise mache.
00:03:05: In eine klassische deutsche Frikadellenmasse kommt bei mir ein eingeweichtes Brötchen, dazu vielleicht eine Zwiebel, ein Ei, Senf und Gewürze fertig!
00:03:15: Bei den Telfteli fliegt das Brötche dagegen komplett raus.
00:03:19: dafür kommt Reis hinein.
00:03:21: Nicht daneben, nicht später als Beilage sondern direkt ins Hackfleisch.
00:03:26: Damit betreiben wir heute also gewissermaßen kulinarische Innenarchitektur.
00:03:31: Der Reis zieht direkt in die Frikadelle ein und dort ist er nicht bloß ein billiger Platzhalter – er lockert die Masse, nimmt Fleischsaft und später auch etwas von der Soße auf.
00:03:42: Dadurch werden die Teffteli innerweicher und weniger kompakt als eine klassische deutsche Frikadelle Ein Hackbällchen also, das nicht schon beim ersten Kontakt mit der Gabel deutlich macht, dass es nebenberuflich auch als Türstopper arbeiten könnte.
00:03:57: Dazu kommen Zwiebeln!
00:03:59: Viele Zwiebeln.
00:04:00: Und wenn ich viele sage, dann meine ich nicht diese symbolische halbe Zwiebe die in manchen deutschen Rezepten auf ein ganzes Kilogramm Hackfleisch trifft und dort vermutlich den Rest ihres kurzen Lebens damit verbringt verzweifelt nach einem Artgenossen zu suchen.
00:04:14: Bei meinen Tefteli darf die Zwiebell wirklich mitspielen.
00:04:18: sie liefert süße Würze und vor allem Feuchtigkeit.
00:04:22: Zusammen mit dem Reis sorgt sie dafür, dass diese Bällchen saftig bleiben und beim Garen nicht zu kleinen trockenen Kanonen kugeln werden.
00:04:30: Tefteli sind also nicht einfach Frikadellen die man aus Versehen rund geformt hat.
00:04:35: Sie haben durch den Reis und die große Menge Zwiebeln eine eigene Konsistenz.
00:04:40: weicher, saftiger und geradezu dafür gebaut später in einer Soße zu liegen.
00:04:47: Und damit kommen wir zu dem Teil dieses Gerichts der mir ja irgendwie irgendwas in mir ausgelöst hat würde ich sagen womit ich beim Kochen überhaupt nicht gerechnet hatte denn noch bevor die Tefftier die fertig waren stand diese Soße auf dem Herd Eine Tomatensauce, die eigentlich gar nicht so hergestellt wird wie wir heute meistens eine Tomatensoße kochen würden.
00:05:11: Keine Dose mit ganzen italienischen San Marzano-Tomaten.
00:05:15: keine passierten Tomaten!
00:05:17: Keine frichen Sonnenreifenfrüchte, die angeblich noch am Morgen in einem Hang in der Toscana gehangen haben und am Abend von einer italienischem Großmutter unter Tränen in meinem Kochtopf hineingelegt wurden.
00:05:30: nichts davon.
00:05:32: Die Farbe und den Tomatengeschmack liefert hauptsächlich Tomatenmark.
00:05:38: Dazu kommen Möhren, Wasser beziehungsweise Brühe und Creme fraiche.
00:05:43: eine einfache cremige leicht süßliche Soße die nicht nach Italienischer Pasta-Bar schmeckt sondern nach einer ganz anderen Küchentradition.
00:05:52: Und schon beim ersten Probieren war ich plötzlich nicht mehr in meiner eigenen Küche.
00:05:57: Ich war wieder ein Kind.
00:05:59: Meine Eltern und Großeltern stammen aus Schlesien, sowohl mütterlicher als auch väterlicherseits.
00:06:05: Dadurch war die schlesische Küche bei uns nie irgendeine fremde Regionalküche über die man in einem Kochbuch liest oder so.
00:06:13: Sie war einfach da!
00:06:15: Und sie ist eng mit der polnischen Küche verwandt.
00:06:18: Deftig, sättigend, häufig ein wenig süßlich gerne mit Zwiebeln, Möhren, Kohl, Fleisch Mehlschwitze oder einer cremigen Sauce.
00:06:27: Eine Küche, die nicht den Anspruch erhebt mit drei Tropfen Kräuteröl auf einem riesigen weißen Teller besonders leichtfüßig auszusehen.
00:06:36: Sie will... dass du satt wirst und sie will, das du anschließend noch ausreichend Kraft besitzt um Kartoffeln aus dem Keller zu holen einen Zaun zu reparieren oder einen kompletten Winter zu überstehen.
00:06:48: Der Geschmack dieser TFT-Lisoße erinnerte mich sofort an die Mahlzeiten die ich als Kind bei meinen Tanten bekam.
00:06:55: Das waren die langen Sommerferien in denen man morgens nach dem Frühstück aus dem Haus verschwand Und eigentlich erst wieder auftauchte, wenn man Hunger hatte.
00:07:04: Sich verletzt hatte oder irgendwo dringend ein Glas Wasser brauchte.
00:07:09: Wir waren den ganzen Tag unterwegs wir spielten draußen liefen herum erfanden irgendwelche Abenteuer und nahmen unsere Umgebung so gründlich auseinander wie es nur Kinder können die weder Smartphone noch Terminplan besitzen.
00:07:24: und irgendwann wurden wir zum Essen hereingerufen.
00:07:27: Nicht weil das Essen besonders elegant angerichtet worden wäre, nicht weil jemand vorher drei Stunden überlegt hatte welche Kräuter man dekorativ darüber streuen könnte.
00:07:36: Sondern weil eine Gruppe vollkommen ausgepowerter Kinder möglichst schnell wieder mit etwas Warmem und Deftigem versorgt werden musste.
00:07:45: Dann stand da irgendein großer Topf!
00:07:48: Fleisch, Kartoffeln, Nudeln oder Klöße und eine kräftige Sauce.
00:07:53: Häufig leicht rötlich ein wenig cremig mit Möhren, Zwiebeln und diesem typischen Geschmack von Tomatenmark der mit einer modernen italienischen Tomatensauce kaum etwas zu tun hat!
00:08:04: Und genau dieser Geschmacks!
00:08:06: war plötzlich wieder da.
00:08:08: Nicht als klar umrissendes Rezept, ich könnte heute nicht sagen dass eine meiner tanten exakt diese russische TFT-Disoße gekocht hätte.
00:08:16: Wahrscheinlich hat sie das nie getan aber Geschmackserinnerungen funktionieren ohnehin nicht wie sauber abgehäftete Karteikarten!
00:08:25: Sie speichern keine Zutatenlisten, sie speicheren Situationen einen Küchentisch, Stimmen aus dem Nebenzimmer den Geruch aus einem großen Topf.
00:08:35: Den Hunger nach einem langen Vormittag draußen.
00:08:38: vielleicht eine Wachstuch-Tichdecke?
00:08:41: Vielleicht noch schmutzige aufgeschrampte Knie und dieses Gefühl dass man nur schnell essen musste damit der eigentliche Tag endlich weitergehen konnte!
00:08:50: Das Gericht auf dem Teller war damals Nebensache.
00:08:53: Und gleichzeitig hat es sich offenbar so tief eingeprägt, dass ein Löffelsoße Jahrzehnte später genügt um alles wieder hervorzuholen.
00:09:04: Interessant ist dabei das es eine ähnliche Geschmackswelt auch in der klassischen DDR-Küche gab.
00:09:09: Dort existiert dieses Gericht, das bei Menschen aus dem Westen zunächst eine kleine begriffliche Krise auslösen kann – das DDR Jägerschnitzel!
00:09:19: Denn wer dabei an ein paniertes Schweineschnitzel mit Pilzsoße denkt, liegt vollkommen falsch.
00:09:24: Beim DDR-Jegerschnitzeln nimmt man eine dicke Scheibe Jagdwurst, paniert sie und brät sie wie ein Schnitzel an – das ist so als würde man eine Fischstäbchenpackung in Geschenkpapier entwickeln und anschließend behaupten, man habe Sushi gemacht!
00:09:39: Aber das DDR-jägerschnitzelt ist eben kein minderwertiger Ersatz für eine westdeutsche Schnitzelgerichtsidee, es ist längst ein eigener Klassiker geworden.
00:09:50: Dazu gehören traditionell Spirelli und diese spezielle DDR Tomatensauce.
00:09:57: auch die wird normalerweise nicht aus frischen oder konservierten Tomaten gekocht.
00:10:01: ihre Grundlage ist eine Mehlschwitze in die Tomatenmark Und häufig zusätzlich auch ketchup.
00:10:06: kommen dann Wasser Salz Pfeffer und eine Prise Zucker.
00:10:09: das Ergebnis ist keine feine italienische Tomatensoße.
00:10:13: Es ist rot Sämig, süßlich, würzig und vollkommen eindeutig.
00:10:19: Und obwohl meine Teftelisoße mit Möhren und Creme Fraiche anders aufgebaut ist treffen sich beide.
00:10:25: an einem bestimmten Punkt würde ich sagen sie beziehen ihren Charakter nicht aus großen Mengen Tomaten sondern aus konzentrierten Tomatenmark.
00:10:34: Sie werden mit einfachen Zutaten verlängert gebunden und zu einer kräftigen, settigenden Soße gemacht.
00:10:41: Man könnte sagen das ist die osteuropäische Antwort auf die Frage wie man aus einem Parlöffel in Tomaten mag eine Soße für eine komplette Familie baut.
00:10:51: Kurze Unterbrechung.
00:10:53: ich weiß du willst jetzt eigentlich nur die Folge zu Ende hören aber damit dieser Podcast sich im podcast getürmel behaupten kann brauche ich deine mithilfe.
00:11:03: falls Du ein iPhone dein eigen nennst, möchte ich dich bitten dass du Null Sterne Deluxe dort einmal in der vorinstallierten Podcast-App aufrufst und mit einer eins bis fünf Sterne Bewertung bewertest.
00:11:16: Das geht ganz einfach und schnell und hilft mir wirklich!
00:11:20: Richtig mega wäre es wenn du zu deiner Bewertungen ein paar Zeilen da lässt damit ich sehe was dir gut gefällt oder wo ich mich noch verbessern darf.
00:11:31: Und jetzt geht's auch schon weiter.
00:11:34: Und ob das allein aus Mangel entstanden ist, weil frische Tomaten und Dosen-Tomaten nicht jederzeit in heutigen Mengen verfügbar waren lässt sich nicht eindeutig sagen.
00:11:44: Ganz sicher haben Verfügbarkeit, Preis und Vorratshaltung eine Rolle gespielt aber irgendwann wird aus einer pragmatischen Lösung eben eine eigene Tradition.
00:11:54: Dann kocht man eine Soße nicht mehr so Weil man nichts anderes besitzt.
00:11:58: Man kocht sie so, weil sie genau so schmecken soll.
00:12:02: Genau darin liegt der Unterschied.
00:12:03: Die Soße schmeckt nicht wie eine Notlösung, sie schmeckt nach Kindheit, obwohl man sie vielleicht seit Jahrzehnten nicht mehr gegessen hat.
00:12:10: Sie schmeckt mit Küchen in denen nicht über Authentizität diskutiert wurde – nach Tanten die keine Grammzahlen brauchten, nach großen Töpfen aus denen jeder einfach nur satt werden sollte!
00:12:23: Sie schmecken nach Sommerferien, obwohl sie eigentlich ein ziemlich deftiges Essen ist.
00:12:28: und so landen wir heute merkwürdig vertrauten Ort.
00:12:33: Wir haben Russian Meatballs, deren kulinarische Vorfahren möglicherweise bis nach Persien und in die Türkei reichen.
00:12:40: Darin steckt Reis statt Brötchen und eine für deutsche Frikadellen-Verhältnisse geradezu verschwenderiche Menge an Zwiebeln.
00:12:48: Dazu gibt es eine Soße aus Tomatenmark, Möhren und Grimmfrech die irgendwo zwischen russischer Hausmannskost, polnisch-schlesicher Kindheitserinnerung und DDR Schulküche eine Verbindung herstellt.
00:13:00: Ein Gericht wie eine Landkarte auf der die Grenzen längst ineinander verlaufen sind.
00:13:06: Und vielleicht ist das ohnehin die ehrlichste Form von Heimatküchen nicht ein Rezept dass unverändert an einem einzigen Ort entstanden ist und dort seit Jahrhunderten bewacht wird sondern Geschmack, der herumreißt sich verändert und irgendwann an einem völlig anderen Küchentisch wiedererkannt wird.
00:13:25: Meine Frikadelle fährt heute also Richtung Osten!
00:13:29: Sie lässt unterwegs das Brötchen zurück Lethreis und eine Großfamilie zwiebeln ein und steigt am Ende als Tefteli wieder aus.
00:13:38: Dann legt sie sich in eine cremige Tomatenmarksoße, die mich mit einem ersten Löffel zurück in die Sommerferien meiner Kindheit schickt!
00:13:47: Also holen wir das Hackfleisch aus dem Kühlschrank, setzen den Reis auf und schneiden schon mal die Zwiebeln.
00:13:53: Und zwar nicht eine kleine!
00:13:55: Wir wollen schließlich Tefteli machen – und keine deutsche Frickadelle, die sich nur einen russischen Namen gegeben hat.
00:14:02: Für vier bis sechs Portionen dieser leckeren Teftele benötigt ihr folgende Zutaten für die Soße.
00:14:09: Zweihundert Gramm frisch geraspelte Möhren.
00:14:12: Einhundert Gramms weiße griebene Zwiebe.
00:14:15: einen Esslöffel Pflanzenöl, drei Esslöffel Tomatenmark, vier Lorbeerblätter, drei Teelöffel Gemüsebrühe, einhundertfünfzig Gramm Creme Fréch, dreißig Gramm Mehl, fünfzig Milliliter kaltes Wasser, fünfundundert Millilitter heißes Wasser Salz und Pfeffer.
00:14:37: Und für die Tefteli benötigt ihr ein Kilogramm gemischtes Hackfleisch.
00:14:42: ...einhundertfünfzig Gramm Reis und zwar der einfache Parboldreis... ...einenhundertsechzig Gramms weiße geriebene Zwiebeln, zwei Knoblauchzehen,... ...zwei Teelöffelsalz, zwei Eier, einen Esslöffel Öl & schwarzen Pfeffer aus der Mühle.
00:15:02: Alle Zutaten findet ihr nochmal in den Shownutz zur Folge aufgelistet, damit Ihr es beim Einkaufen einfacher habt.
00:15:09: Darunter findet Ihr das kostenlose Rezept als PDF zum Anklicken und natürlich wäre es für Euch am bequemsten wenn Ihr den ebenfalls kostenlosen Newsletter abonniert, damit ich Euch alle Rezepte dieses Podcasts per E-Mail zusenden kann.
00:15:23: Schreibt dazu einfach eine ganz kurze Mail an.
00:15:35: Fängt am besten damit an den Reis vor zu kochen, denn der soll nachher wieder erkaltet in die Hackfleischmasse eingearbeitet werden.
00:15:43: Kocht die einhundertfünfzig Gramm also nach Packungsanleitungen etwas Salzwasser und lasst ihn abschließend etwas auskühlen.
00:15:50: Beim Reis greife ich heute zu Parboldreis.
00:15:53: Parbold bedeutet nicht dass der Reis schon vollständig vorgekocht ist.
00:15:58: Vor dem Schelen wird das ganze Reiskorn zunächst eingeweicht dann mit Dampf behandelt und anschließend wieder getrocknet.
00:16:06: Dabei wandert ein Teil der Nährstoffe aus der äußeren Schicht in das Innere des Korns, gleichzeitig wird der Reis fester bleibt beim Kochen körniger und verklebt weniger schnell.
00:16:18: Für Tefteli ist das praktisch, weil der Reis in der Hackfleischmasse Struktur behält und nicht sofort zubrei wird.
00:16:24: Ich benutze Parbold-Reis eher selten und habe kurz überlegt ob ich wirklich extra Welchen für dieses Rezept kaufe oder doch einfach meinen immer vorechtigen Basmati-Reiss nehme.
00:16:35: aber wegen der beschriebenen Eigenschaften und wegen der höheren Authentizität habe ich mich dann doch für den Parboldreis entschieden.
00:16:43: Jetzt gibt ihr bitte das Hackfleisch, die zwei Eier und die zwei Teelöffel Salz in eine Schüssel.
00:16:48: Die Zwiebel würfeln wir nicht wie sonst fast immer klein sondern reiben sie auf einer Reibe mit grober Lochung oder ihr gebt sie in eine Küchenmaschine in der er sehr stark zerkleinert wird.
00:17:00: Den Knoblauch würde ich übrigens genauso mitverarbeiten.
00:17:05: Geriebene Zwiebellen haben gegenüber gewürfelten Zwiebeln einen entscheidenden Vorteil Sie geben deutlich mehr Saft ab und verteilen sich nahezu unsichtbar in der gesamten Hackfleischmasse.
00:17:16: Dadurch sorgen sie nicht nur für Zwiebelgeschmack, sondern vor allem für zusätzliche Feuchtigkeit!
00:17:22: Die Tefteli werden saftiger und lockerer ohne dass man später auf einzelne noch feste Zwiebeltstücke beißt.
00:17:29: Gleichzeitig verbinden sich die Zwieeln besser mit dem Hackfleich und würzen jedes Bällchen gleichmäßig von innen.
00:17:36: Die Zwiebel, Knoblauchmasse gebt ihr bitte zum Hackfleisch.
00:17:39: Würst das Ganze jetzt noch mit schwarzem Pfeffer aus der Mühle und knete den Teig ordentlich durch bis er Bindung bekommt und ein wenig an euren Händen kleben bleibt.
00:17:49: Apropos Hände Ich würde beim Kneten einen Küchenhandschuh aus Latex tragen weil ich das Fleischbrät nicht so gern an den Fingern kleben habe.
00:17:57: Jetzt könnt Ihr den abgekühlten Reis dazugeben Und diesen bitte nochmal als mit knetenden Handbewegungen einarbeiten.
00:18:05: Perfekt, ihr könnt die Hackfleischmasse noch ein wenig in der Schüssel ruhen lassen.
00:18:09: Wir widmen uns dann schnell der geheimnisvollen Soße für unsere Tefteli!
00:18:15: Dazu schält ihr bitte die Möhren und die Mengenangabe im Rezept von zweihundert Gramm bezieht sich übrigens auf die bereits geschälten Möhre, liebe Koch-Rookies.
00:18:24: Die geschälte Möhrene reibt ihr jetzt bitte ebenfalls.
00:18:27: und auch die einhundert gramm Zwiebeln reibt ihren nochmal wie eben für die Hackmasse oder jagt die Zwiebe durch eine entsprechende elektrische Maschine – wie den KitchenAid Food Processor, den ich immer verwende und euch schon seit vielen, vielen Folgen in den Shownotes verlinkt habe!
00:18:44: Gebt jetzt einen Esslöffel Pflanzenöl in eine tiefe Pfanne und schwitzt darin eure geriebene Zwiebel bei mittlerer Hitze an.
00:18:51: Wenn die gut aussehen, gebt ihr bitte die Möhrenraspel dazu und erhitzt auch diese für weitere fünf Minuten.
00:18:58: Schaff dann mit einem Kochlöffelplatz in der Mitte eurer Pfanne und lass dort am heißesten Punkt die drei Esslöffeltomatenmark leicht karamellisieren, während ihr in einem Wasserocher Fünfhundert Milliliter Wasser zum Kochen bringt.
00:19:11: Mit dem heißen Wasser löscht Ihr dann Euren gesamten Pfanneninhalt ab und gebt natürlich das Brühepulver und die vier Lorbeerblätter hinzu!
00:19:20: Jetzt noch die einhundertfünfzig Gramm Creme fraiche hineinrühren und einmal aufkochen lassen Während der Pfanneninhalt noch an Hitze gewinnt, um das einmalige Aufkochen zu erledigen könnt ihr geschwind die dreißig Gramm Mehl in fünfzig Milliliter kaltes Wasser einrühren und diesen Mehl-Wassermix nach dem Aufkochend des Pfanneninhalts dann in die heiße Sauce geben.
00:19:42: Rührt mal schnell um und lasst die Sauce jetzt andicken!
00:19:46: Die Mehl-Wassermischung funktioniert nämlich fast genauso gut wie die Speisestärke, die man sonst gerne zum Andicken verwendet.
00:19:54: Zum Andicken könnt ihr generell entweder Mehl mit Wasser oder Speisesterke mit Wasser verrühren.
00:20:00: Mehl macht eine Soße eher sehmig – etwas kräftiger und leicht rustikal!
00:20:05: Kann sie aber auch ein wenig trüber wirken lassen von der Farbe her?
00:20:09: Speisestaerke bindet schneller, braucht meist weniger Menge und sorgt für eine glattere, glänzendere Soße.
00:20:16: Wichtig ist bei beiden Varianten immer zuerst mit kaltem Wasser klümpchenfrei verrühren und dann unterrühren in die heiße Sauce geben.
00:20:31: So meine Lieben, damit ist diese schnelle Zaubersauce auch schon fertig!
00:20:34: Ihr solltet sie nur noch mit Salz und Pfeffer abschmecken und ich bin mir sicher wenn ihr diesen Geschmack nicht schon wie ich aus der Kindheit kennt er wird euch trotzdem verzaubern.
00:20:45: Jetzt schnappt ihr euch noch eine Auflaufform, in der ihr einen weiteren Esslöffel Pflanzenöl zum Einfetten verteilt und formt mit angefeuchteten Händen weil es dann einfach besser geht so zwölf bis fünfzehn Runde Frikadellenkugeln die ihr nebeneinander in die Auflaufform setzt.
00:21:00: Wenn das erledigt ist schnappt ihr euch die Pfanne mit der Soße und lasst diese einfach über die Fleischbällchen laufen.
00:21:07: Wenn man das dann so sieht, diese runden Russian Meatballs mit der roten Sauce kriegt man eigentlich gleich den Gedanken auch noch etwas Käse darüber zu geben wenn es doch eh gleich in den Ofen geht.
00:21:19: Aber authentisch wäre es eben ohne Käse!
00:21:22: Ihr macht das einfach wie ihr wollt meine Lieben.
00:21:24: auf jeden Fall müssen die Bällchen mit der Sauce jetzt für ca.
00:21:27: thirty-fünf Minuten bei zweihundert Grad Ober und Unterhitze in den ofen bevor ihr sie dann genießen könnt.
00:21:35: Als Beilage könnte dir im Vorfeld natürlich einfach mehr Reis kochen, aber ich fand ein paar Petersilienkartoffeln viel passender dazu und geschmacklich sind diese Tefteli tatsächlich eine kleine Reise Richtung Osteuropa.
00:21:51: Die Fleischbällchen sind durch den Reis deutlich weicher und lockerer als eine klassische deutsche Frickadelle.
00:21:57: Der Reis nimmt beim Garen einen Teil des Fleischsaftes und der Soße auf, während die geriebenen Zwiebeln beinahe vollständig in der Masse verschwinden!
00:22:05: Man sieht sie kaum noch.
00:22:07: aber man schmeckt was sie leisten – die Tefteli bleiben saftig bekommen eine leichte Süße und wirken trotz des Hackfleisch nicht schwer oder kompakt.
00:22:16: Der Knoblauch hält sich dabei angenehm im Hintergrund, wir haben ja auch relativ wenig reingemacht.
00:22:22: Er drängt sich nicht vor sondern gibt dem Fleisch diese herzhafte warme Würze die man sofort mit osteuropäischer Hausmannskost verbindet.
00:22:30: und dann ist dann natürlich die Sauce.
00:22:32: Sie schmeckt vollkommen anders als eine italienische Tomatensauce, es fehlt diese fruchtige Säure von Dosentomaten.
00:22:40: dafür bekommt man das tiefe konzentrierte Aroma des angerösteten Tomatenmarks.
00:22:45: Die Möhren und Zwiebeln bringen eine deutliche aber sehr angenehme Süße mit.
00:22:50: Die Creme frech macht alles weich und cremig und rundet die kräftigen Brühe ab.
00:22:56: Dazwischen sitzt der Lorberg-Geschmack und macht genau das, was Lorbeer immer macht.
00:23:00: Man kann kaum beschreiben, wonach er eigentlich schmeckt aber würde man ihn weglassen würde sofort etwas fehlen!
00:23:06: Er gibt der Soße diese Herbe leicht würzige Tiefe die aus einer einfachen Tomatenmarksoße plötzlich eine richtig deftige Schmoresoße macht.
00:23:16: Das Aromenspiel ist süßlich cremig herzhaft und ein klein wenig ärdig.
00:23:22: Es schmeckt nicht mediterran, nicht frisch und leicht sondern warm.
00:23:26: Weich und vertraut nach einem großen Topf auf dem Herd.
00:23:30: eben.
00:23:30: Und genau deshalb passen die Petersilienkartoffeln für mich hier so gut.
00:23:34: Sie nehmen die cremige Soße auf ohne den Gericht einen weiteren starken Eigengeschmack hinzuzufügen.
00:23:39: Dazu diese saftigen Russian Meatballs Die weichen Möhrenraspeln und die kräftige Tomatenmarksoße.
00:23:45: Das ist ein Teller bei der man automatisch noch einmal mit der Kartoffel durch die Sauce geht wo man eigentlich längst satt ist.
00:23:54: Für mich steckt darin ganz viel von dem, was osteuropäische Küche so besonders macht.
00:24:01: Sie arbeitet häufig mit einfachen und günstigen Zutaten aber sie schafft daraus einen Geschmack der größer ist als die Summe seiner Teile.
00:24:09: Ein bisschen süß, ein bisschen säuerlich.
00:24:12: Ordentlich herzhaft und immer mit genügend Soße damit bloß niemand hungrig vom Tisch aufstehen muss.
00:24:17: Und vielleicht hat mich dieses Gericht deshalb so schnell an meine Kindheit erinnert Nicht weil meine Tanten damals genau diese Teftelige kocht hätten Sondern weil der Geschmack dieselbe Sprache spricht Tomatenmarkt, Möhren, Zwiebeln.
00:24:30: Eine cremige Soße und ein Essen das nicht beeindrucken sondern wärmen uns satt machen will.
00:24:36: damit sind wir auch schon am Ende unserer heutigen Folge angekommen.
00:24:41: liebe Koch rookies aus einer deutschen Frikadelle ist heute kein russisch verkleidetes Hackbällchen geworden sondern ein ganz eigenes Gericht teftelig mit reisreichlich geriebenen Zwieeln und einer cremigen Soße oder etwas internationaler ausgedrückt, Russian Meatballs auf meiner Art.
00:24:59: Probiert das unbedingt einmal aus!
00:25:01: Vor allem dann wenn ihr bisher bei Tomatensauce automatisch zu einer Dose passierter Tomaten gegriffen habt.
00:25:07: Diese Variante zeigt nämlich ziemlich eindrucksvoll wie viel Geschmack in ein paar Esslöffeln Tomatenmark stecken kann.
00:25:14: Alle Zutaten und die komplette Zubereitung findet ihr wie immer in den Show-Notes.
00:25:18: Dort könnt Ihr Euch auch das kostenlose Rezept als PDF herunterladen, wenn Ihr künftig kein Rezept mehr verpassen wollt schreibt einfach eine kurze Mail an Rezepte at nulsternedylux.de Und abonniert meinen ebenfalls kostenlosen Newsletter!
00:25:32: Ich wünsche Euch ganz viel Spaß beim Nachkochen und einen großen Löffel Soße auf dem Teller.
00:25:37: und natürlich Guten Appetit!
00:25:40: Bis zur nächsten Folge von Null Sterne Deluxe kochen, aber lecker und die wird aufgepasst nach der Sommerpause kommen.
00:25:49: Denn diese Folge hier ist die letzte Folge mit der ich mich gewissermaßen in die Sommerpause hinein rette!
00:25:56: Ihr könnt gar nicht glauben wie knapp es diesmal war.
00:26:00: Macht es gut bis zur nächsten Folge.
00:26:02: euer Damian Dieser Podcast ist nicht kommerziell, für Produkte die ich erwähne oder empfehle erhalte ich keine Zuwendung irgendwelcher Art.
00:26:12: Ich empfehles sie ausschließlich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung und Überzeugungen.
00:26:16: Alle Meinungen, die hier vertreten sind ebenfalls auf Grund meiner Erfahrungen gebildet das heißt ich erhebe keinen Anspruch darauf dass ihr die letzte Weisheit darstellt.
00:26:23: Wenn du Meinung die ich hier äußeren nicht teilen kannst dann ist das legitim.
00:26:26: gut toll denn das bedeutet dass du dich mit dem jeweiligen Thema bereits auseinander gesetzt hast.
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