Folge 176 - Geröstete Auberginen mit Pasta und Bacon

Shownotes

Zutaten: Geröstete Aubergine mit Pasta und Bacon (2 Portionen)

  • • 250 g Spaghetti (getrocknet)
  • • 2 Auberginen
  • • 3 Knoblauchzehen
  • • 2 Frühlingszwiebeln
  • • 2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • • 2 TL Zitronensaft
  • • 4 Scheiben Frühstücksbacon
  • • 6 EL Olivenöl
  • • 4 EL fein geriebener Parmesan
  • • Salz und Pfeffer

Hier versteckt sich dieses abgefahrene Pasta-Rezept als PDF

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Transkript anzeigen

00:00:04: Null Sterne Deluxe.

00:00:07: Folge onehundertsechsundsiebzig.

00:00:15: Herzlich willkommen zu Null Sternen Deluxe, der Podcast rund um's Kochen essen und genießen!

00:00:21: In welchem du regelmäßig alle Basics rund um das Thema Kochen und Küche erfährst?

00:00:26: Um so authentisch zu kochen wie Mama oder Omi brauchst Du keine Tipp von angesagten Sterneköchen- oder Hippenfutbloggern sondern praxisnahe und bodenständige Hilfe Ohne Schnick und Schnack.

00:00:38: Und hier ist ein Gast!

00:00:46: Hi, hier ist Damian... ...und ich danke dir, dass ich in den nächsten Minuten zu Gast in deinem Ohr sein darf.

00:00:52: Pasta ist wahrscheinlich eines der wenigen Lebensmittel auf das sich beinahe jede Familie einigen kann.

00:00:59: Bei vielen anderen Gerichten beginnt am Küchentisch irgendwann eine Grundsatzdiskussion.

00:01:04: Pilze mag einer nicht Fisch Riecht angeblich komisch.

00:01:09: Brokoli wird von Kindern ohnehin behandelt, als hätte man ihnen einen kleinen Baum vom Straßenrand auf den Teller gelegt.

00:01:16: und sobald irgendwo sichtbar eine Zwiebel auftaucht sitzt garantiert jemand dabei der plötzlich behauptet Zwieeln grundsätzlich nicht zu essen obwohl er sie seit Jahren vollkommen unbemerkt in Frikadellensoßen und Dönern zu sich nimmt.

00:01:29: aber Pasta?

00:01:30: Haster geht eigentlich immer!

00:01:32: Große Menschen mögen Pasta, kleine Menschen möge Pasta und selbst Menschen die beim Essen sonst ausgesprochen kompliziert sind lassen sich mit einem Teller Spaghetti meistens zuverlässig beruhigen.

00:01:43: Nudeln sind kulinarisch betrachtet ein wenig wie der kleinste gemeinsame Nenner einer Familie Irgendjemand möchte etwas Deftiges jemand anderes etwas Mildes Einer hat großen Hunger und das Kind möchte am liebsten einfach nur etwas essen dass es schon kennt Und am Ende stehen Spaghetti auf dem Tisch.

00:02:01: Das ist ja zunächst einmal auch überhaupt nichts Schlechtes!

00:02:05: Ich habe noch nie vor einem Teller Pasta gesessen und gedacht, Mensch jetzt wäre mir eine Scheibe trockenes Knäckebrot aber deutlich lieber gewesen.

00:02:14: Pasta macht satt!

00:02:16: Pasta ist schnell gemacht und Pasta kann mit vergleichsweise wenigen Zutaten ziemlich glücklich machen.

00:02:22: Das Problem beginnt erst dann, wenn man sich fragt welche Pasta-Sauce man heute dazu machen möchte.

00:02:28: Denn in vielen Haushalten gibt es dafür eine Art unsichtbares Dreierabonnement Spaghetti Bolognese Spaghetti Napoli oder Carbonara Bolognesi Napoli Carbonara und wenn man einmal ganz wild sein möchte gibt es statt Spaghetti vielleicht Penne oder Rigatoni.

00:02:49: Das verändert geschmacklich zwar nicht besonders viel, sieht aber zumindest für einen kurzen Moment so aus als hätte man sein Leben vollständig im Griff und einen abwechslungsreichen Speiseplan.

00:03:00: Besonders dann wenn Kinder mit am Tisch sitzen ist diese Wiederholung durchaus nachvollziehbar!

00:03:05: Kinder sind bei neuen Gerichten schließlich nicht immer für ihre unvoreingenommene Neugier bekannt – sie sehen einen grünen Punkt in einer Soße und reagieren, als hätte mal versucht ihnen heimlich ein Insekt unterzujubeln….

00:03:18: Also kocht man das, was funktioniert?

00:03:21: Tomatensauce funktioniert.

00:03:24: Hackfleischsoße funktioniert etwas mit Speck und Käse funktioniert meistens ebenfalls Und ehe man sich versieht hat man zehn Jahre lang immer dieselben drei Nudelgerichte gekocht und beginnt beim Anblick einer Packung Spaghetti innerlich bereits die Zutaten für eine Bolognese durchzugehen.

00:03:43: Dabei gibt es natürlich unzählige andere Pasta Gerichte.

00:03:47: Die italienische Küche zeigt uns schließlich sehr eindrucksvoll, dass Nudeln nicht zwingend unter einem Bergsoße verschwinden müssen.

00:03:55: Es gibt diese wunderbar reduzierten Rezepte bei denen man nur wenige Zutaten haben muss Spaghetti mit Butter und Salbei zum Beispiel oder Alio e Olio Knoblauch Olivenöl Ein bisschen Chili Vielleicht Petersilie Fertig!

00:04:11: Das liest sich immer fantastisch.

00:04:14: Wenn man ein solches Rezept in einem Kochbuch sieht, denkt man genau das mache ich schlicht italienisch elegant.

00:04:22: keine überladene Sauce keine zwanzig Zutaten kein Topf indem seit drei Stunden einen halbes Rind vor sich hinschmort nur Pasta gutes Öl und ein paar Aromen.

00:04:32: Man fühlt sich beim Lesen bereits wie ein Mensch, der in einer kleinen Wohnung in Rom lebt, morgens auf dem Markt einkauft und grundsätzlich niemals abgepackten Parmesan verwendet.

00:04:43: Dann kocht man es zu Hause nach!

00:04:45: Und manchmal sitzt man anschließend vor einem Tellernudeln, auf dem im Wesentlichen Öl- und Knoblauch liegen und denkt – ja das ist tatsächlich Öl mit Knoblaub... Denn diese sehr einfachen Rezepte haben einen kleinen Haken.

00:05:00: Je weniger Zutaten verwendet werden, desto deutlicher merkt man wenn irgend etwas nicht stimmt Wenn das Olivenöl nur mittelmäßig ist der Knoblauch etwas zu dunkel geworden ist Zu wenig Nudelwasser in der Soße steckt oder das Verhältnis einfach nicht passt gibt es nichts hinter dem sich der Fehler verstecken könnte.

00:05:20: Eine Bolognese verzeiht viel.

00:05:22: Da kann noch ein bisschen Wein rein, etwas Tomatenmark, eine Löffel Brühe, ein paar Kräuter und irgendwann schmeckt sie schon nach.

00:05:29: was aber Alio e Olio dagegen steht?

00:05:33: nackt vor einem.

00:05:35: das Gericht hat keine Ausrede.

00:05:37: Und der Koch leider auch nicht!

00:05:39: Bei Butter und Salbei ist es ähnlich, in einem guten Restaurant kann das großartig schmecken.

00:05:44: Nussige Butter, knuspriger Salbei, perfekt gegarte Pasta und genau die richtige Menge Käse.

00:05:50: Zuhause wird daraus eine Portion Nudeln auf den ein trauriges Salbeiblatt liegt, dass aussieht als hätte es den Glauben an das Rezept bereits aufgegeben.

00:06:01: Wir brauchen also eine Pasta-Variante, die anders ist als Bolognese, Napoli und Carbonara.

00:06:08: Aber trotzdem nicht so reduziert.

00:06:09: daher kommt dass jeder kleine Fehler sofort mit einem Megafon verkündet wird!

00:06:14: Eine Soße mit echtem Geschmack, mit Tiefe, mit Würze, mit Cremigkeit und verschiedenen Konsistenzen aber trotzdem ohne eine Zutatenliste für die man erst einen Einkaufswagen mit Anhänger benötigt.

00:06:28: An dieser Stelle kommt ein Gemüse ins Spiel, mit dem ich selbst sehr lange überhaupt nichts anfangen konnte – die Obergine.

00:06:37: Oberginen waren in meiner Kindheit praktisch nicht vorhanden!

00:06:40: Ich kann mich nicht daran erinnern, dass bei uns regelmäßig oberginengebraten gefüllt gegrillt oder püriert worden wären.

00:06:48: Sie gehörten nicht zu diesen selbstverständlichen Gemüsesorten, die ständig irgendwo auftauchten.

00:06:53: Kartoffeln kannte man Möhren, Kantemann, Erbsen, Bohnen, Kohl und Paprika ebenfalls.

00:06:59: Aber Oberginen?

00:07:01: Obergienen kam bei mir eigentlich nur in einem einzigen Gericht vor – Ratatouille!

00:07:07: Und selbst dort hatten sie lange Zeit einen etwas merkwürdigen Status.

00:07:12: Ich mochte sie nicht besonders, wollte aber auch nicht auf Sie verzichten denn ich hatte relativ schnell verstanden dass ein Rattatouille ohne Obergine zwar noch immer aus geschmortem Gemüsebestand Aber eben nicht mehr so schmeckte wie ein Rattertouille für mich schmecken sollte.

00:07:28: Die obergine musste also hinein Nicht aus Liebe sondern eher Aus Pflichtgefühl So wie nach einem Kollege, mit dem man privat wahrscheinlich niemals ein Bier trinken gehen würde von dem er aber ganz genau weiß dass ohne ihn der gesamte Laden nicht funktioniert.

00:07:48: Also kaufte ich für das Ratatouille Uberginen Schnitze hinein und behandelte sie ansonsten mit einer gewissen emotionalen Distanz würde ich sagen.

00:07:59: Und ich war mit meinem Misstrauen nicht allein, wenn ich Ratatouille für andere Menschen gekocht habe wurde die Aubergine ebenfalls regelmäßig kritisch beäugt.

00:08:10: Dieses dunkle weiche Gemüse das nach dem Schmoren nicht mehr so richtig erkennen lässt was es einmal gewesen ist scheint bei vielen Menschen zunächst keine spontanen Begeisterungsstürme auszulösen – eine Paprika wirkt freundlich!

00:08:24: Eine Tomate ist vertraut, eine Zucchini sieht zumindest harmlos aus.

00:08:29: Eine gegarte Obergine dagegen kann optisch ein wenig den Eindruck vermitteln als sei sie bei einem Experiment dabei gewesen über dessen Ausgang man lieber nicht mehr sprechen möchte!

00:08:41: Trotzdem waren wir uns am Ende immer einig.

00:08:44: Ohne sie hätte dem Ratatouille etwas gefehlt, Sie bringt nicht unbedingt den Geschmack mit der sofort laut.

00:08:50: Hier bin ich ruft!

00:08:51: Sie verbindet viel mehr die anderen Zutaten, nimmt Aromen auf, sorgt für Tiefe und gibt im Gericht eine weiche fast cremige Grundlage.

00:09:01: Und irgendwann entstand bei mir deshalb einen Verdacht.

00:09:04: Vielleicht war die Aubergine gar kein schlechtes Gemüse.

00:09:08: Vielleicht hatte ich nur noch nicht verstanden, was man mit ihr machen muss.

00:09:12: Das ist ein wichtiger Unterschied denn wir neigen beim Essen gerne dazu einer Zutatischul zu geben obwohl möglicherweise nur die Zubereitung nicht zu ihr gepasst hat.

00:09:23: Eine schlecht zubereitete Obergine kann tatsächlich wenig überzeugend sein.

00:09:28: Sie kann schwammig wirken, fettig werden etwas bitter sogar schmecken oder in einer Konsistenz auf dem Teller liegen die eher an einen nassen Spüllappen erinnert als an ein Gemüse.

00:09:39: das ist keine besonders gute Bewerbung aber ein trockengebratenes Stück Hähnchen ist schließlich auch kein beweis dafür dass hähnchens grundsätzlich nichts taugt.

00:09:50: Eine verkochte Nudel führt ebenfalls nicht dazu, dass wir Italien den Rücken kehren und nur weil irgendwo ein trauriger Salat mit zwei Gurkenscheiben serviert wird, erklären wir nicht sofort sämtliches Gemüse für gescheitert.

00:10:03: Warum sollte die Aubergine also nicht dieselbe zweite Chance bekommen?

00:10:08: Zumal sie botanisch durchaus interessant ist.

00:10:11: Die Obergine gehört wie Tomaten, Kartoffeln und Paprika zur Familie der Nachtschattengewächse Und das was wir als Gemüse verwenden ist botanich betrachtet sogar eine Beere Eine ziemlich große Beere.

00:10:24: zugegeben Niemand wird in Zukunft eine obergine neben Erdbeeren und Heidelbeeren In seinen Frühstücksmüsli schneiden Ist schon klar.

00:10:31: Botanische Einordnung und vernünftige Frühstück Entscheidungen sind eben zwei unterschiedliche Dinge.

00:10:36: Im Englischen heißt die Aubergine Eggplant, also würdlich Eierpflanze.

00:10:42: Und in alten Kochbüchern liest man das manchmal auch noch!

00:10:45: Eierfrucht.

00:10:46: Wenn man dabei nur unsere üblichen, länglichen dunkelvioletten Obergine vor Augen hat ergibt dieser Name zunächst ungefähr so viel Sinn als würde eine Wassermelone Tichtennisballpflanze nennen.

00:10:58: Der Name stammt aber von älteren beziehungsweise anderen Oberginesochten deren Früchte klein, hell und tatsächlich eilförmig aussehen.

00:11:07: An den Pflanzen hingen also weiße oder gelbliche Frükte die an Eier erinnerten – schon war die Pflanze geboren!

00:11:14: Unsere Supermarkt-Obergine hat diese optische Familiengeschichte inzwischen ein wenig hinter sich gelassen.

00:11:20: Sie wirkt nicht wie ein Ei, sie wirkt eher wie ein Gemüse das für einen besonders dramatischen Auftritt eine glänzende violette Abendgarderobe angezogen hat Wobei die Obergine außerhalb der Küche mittlerweile ohnehin eine zweite Karriere begonnen hat.

00:11:35: Als Emoji ist sie vermutlich bekannter als im manchem Gemüsefach, die digitale Obergina wird häufig nicht verwendet um mitzuteilen ich plane heute Abend eine mediterrane Gemüsekpfanne.

00:11:47: besonders dann wenn daneben noch ein paar spritzende Wassertropfen auftauchen geht es meistens nicht um das Abspülen von Gemüsen.

00:11:55: Diese Form der Oberginenverwendung erfreut sich offenbar großer Beliebtheit.

00:11:59: Es ist schon bemerkenswert, auf dem Smartphone wird die Obergine völlig hemmungslos verschickt, kombiniert und in eindeutig zweideutige Zusammenhänge gebracht.

00:12:09: Auf dem Teller dagegen sagen dieselben Menschen möglicherweise ach, Obergiene, die mag ich eigentlich nicht!

00:12:15: Digital Hui Kulinarich Fui.

00:12:25: Dabei wäre es vielleicht für alle Beteiligten eine interessante Entwicklung, wenn die Obergine gelegentlich auch mal wieder in der Küche für Begeisterung sorgen würde.

00:12:34: Und dass sie das kann – beweisen ganze Regionen der Welt!

00:12:37: In vielen mediterran-orientalischen und na östlichen Küchen ist die Oagine keine etwas merkwürdige Randfigur, die man notgedrungen ins Ratatouille schneidet….

00:12:47: dort ist sie Hauptdarstellerin.

00:12:49: Beim Baba Ganush wird sie stark geröstet, bis ihr inneres Weichwürtt und Raucharomen annimmt.

00:12:56: Anschließend wird das Fruchtfleisch unter anderem mit Tahin Knoblauch- und Zitronensaft zu einer cremigen Paste verarbeitet.

00:13:03: Das ist inzwischen auch bei uns ziemlich bekannt und eigentlich bereits der beste Beweis dafür was die Obergine besonders gut kann.

00:13:09: Sie nimmt kräftige Aromen auf und verwandelt sich beim Garen in etwas Weiches Cremiges und beinahe Öpiges.

00:13:17: In Griechenland begegnet sie uns in der Musakka, wo sie mit würziger Hackfleischsoße und Bechamel geschichtet wird.

00:13:24: In Italien gibt es Parmigiana di Melanzane, Obergenscheiben, Mittomatensoße- und Käseüberbacken zu einem Gericht bei dem niemand mehr behaupten kann Gemüse sei grundsätzlich eine freudlose Veranstaltung.

00:13:37: Auch als italienische Antipasti macht die Aubergine eine gute Figur.

00:13:41: Gegrillt oder gebraten, eingelegt mit Öl Knoblauch und Kräutern zeigt sie plötzlich eine ganz andere Seite!

00:13:47: Sie kann rauchig sein, würzig weich süßlich und gleichzeitig herzhaft.

00:13:53: Dann gibt es gefüllte Auberginen geschmorte Aubergin frittierte Aubergienen und Gerichte in denen sie mit Tomaten, Joghurt, Käse, Hackfleisch Hülsenfrüchten oder Gewürzen kombiniert wird.

00:14:05: Wenn sich so viele Küchen seit so langer Zeit, so intensiv mit einem Gemüse beschäftigen ist es unwahrscheinlich dass sie sich alle gemeinsam geirrt haben.

00:14:18: Es wäre ein bemerkenswert großer kulinarischer Irrtum liebe Koch Rookies!

00:14:24: Millionen Menschen, rund um das Mittelmeer und weit darüber hinaus hätten dann über Generationen Obergine geröstet, püriert gefüllt und geschmort obwohl sie insgeheim alle lieber eine Möhre gegessen hätten.

00:14:37: Das erschien mir zunehmend unplausibel!

00:14:41: Der Verdacht wurde also immer stärker – nicht die Obergiene war das Problem.

00:14:45: ich hatte schlicht noch nicht die Zubereitung gefunden bei der Sie mich wirklich überzeugt.

00:14:50: und genau damit sind wir beim heutigen Rezept Denn heute behandeln wir die Aubergine nicht vorsichtig.

00:14:56: Wir schneiden sie nicht in ein paar Scheiben und schieben Sie etwas Schüchtern an den Rande einer Gemüsepfanne.

00:15:01: Wir verstecken sie nicht zwischen Zucchini- und Tomaten, damit niemand merkt dass sie da ist!

00:15:07: Heute bekommt sie Hitze – sehr viel Hitze.

00:15:10: Die Aubergiene wandert im Ganzen in den Ofen und darf dort so lange rösten bis ihre äußere Haut richtig dunkel wird.

00:15:16: Und mit Dunkel meine ich nicht diese höfliche Goldbrauen das in Rezepten immer so appetiert titlich klingt.

00:15:24: Die Haut darf schwarz werden, sie darf blasen werfen und aussehen als hätten wir den richtigen Zeitpunkt zum herausnehmen möglicherweise um eine ganze halbe Stunde verpasst.

00:15:35: aber genau das wollen wir denn während die Schale außen verbrennt wird das Fruchtfleisch im Innern weich süßlich und cremig.

00:15:43: gleichzeitig entstehen Rauch- und Röstaromen die aus diesem zurückhaltenden Gemüse plötzlich eine Soße mit echtem Charakter machen.

00:15:51: Das Fruchtfleisch wird anschließend mit Knoblauch, Olivenöl, geäucherten Paprikapulver, Parmesan und etwas Nudelwasser natürlich zu einer cremigen Pastasauce verarbeitet.

00:16:02: Dazu kommt knuspriger Bacon der für Salz bis und kräftige Würze sorgt.

00:16:07: Und weil Aubergine, Parmesan, Oluvenöl und Bacon gemeinsam durchaus in eine schwere warme und sehr herzhafte Richtung marschieren könnten, kommt noch Zitronensaft dazu – nicht viel!

00:16:20: aber genau genug um das Fenster aufzureißen.

00:16:24: Die Zitrone bringt Frische in die Sauce, hebt die süßlichen Noten der Aubergine hervor und sorgt dafür dass das ganze trotz Rauch Käse und Bacon nicht mächtig wirkt.

00:16:34: Frühlingszwiebeln geben zum Schluss noch etwas Schärfe und Frische dazu.

00:16:39: Damit haben wir eine Pasta, die sich deutlich von den üblichen Verdächtigen unterscheidet.

00:16:44: Keine Bolognese keine Napoli keine Carbonara aber eben auch kein Teller Nudeln auf dem ein einzelnes Salbeiblatt verzweifelt versucht für das gesamte Geschmackserlebnis verantwortlich zu sein.

00:16:55: Kurze Unterbrechung.

00:16:57: Ich weiß, du willst jetzt eigentlich nur die Folge zu Ende hören.

00:17:02: Aber damit dieser Podcast sich im Podcast Getümmel behaupten kann, brauche ich deine Mithilfe!

00:17:09: Falls Du Spotify auf deinem Smartphone oder auf irgendeinem anderen Gerät hast möchte ich Dich bitten dass Du Null Sterne Deluxe dort einmal aufrufst und mit einer eins bis fünf Sterne Bewertung bewertest.

00:17:22: Das geht ganz einfach und schnell und hilft mir wirklich Einfach auf die Sterne drücken und ehrlich bewerten.

00:17:30: Und jetzt geht's auch schon weiter!

00:17:34: Diese Pasta ist cremig, rauchig, würzig frisch und knusprig zugleich.

00:17:39: Sie braucht keine Tomatensauce und keine Sahne und sie zeigt vor allem dass die Obergine sehr viel mehr kann als im Ratatouille still ihre Pflicht zu erfüllen oder auf dem Smartphone zwei deutige Nachrichten zu begleiten.

00:17:52: Vielleicht ist sie tatsächlich ein großartiges Gemüse.

00:17:55: Man muss nur aufhören, sie wie eines zu behandeln, den man nicht ganz traut.

00:18:00: Heute lassen wir also im Ofen kontrolliert verbrennen, zerdrücken ihr inneres zu einer Soße und geben hier endlich die Bühne, die sie in vielen Küchen dieser Welt längst hat!

00:18:09: Und möglicherweise ist das genau das Rezept, auf das meine persönliche Beziehung zur Obergine all die Jahre gewartet hat... Für zwei Portionen der leckeren Auberginenpasta benötigt Ihr folgende Zutaten.

00:18:23: Zwei Hundertfünfzig Gramm getrocknete Spaghetti, zwei Aubergienen, drei Knoblauchzehen, zwei Frühlingszwiebeln, zwei Teelöffel geäuchertes Paprikapulver, zwei teelöffle Zitronensaft, vier Scheiben Frühstücksbaken, sechs Esslöffel Olivenöl.

00:18:45: vier Esslöffel fein geriebenen Parmesan, Salz und Pfeffer.

00:18:51: Alle Zutaten findet ihr nochmal in den Shownutz zur Folge aufgelistet damit Ihr es beim Einkaufen einfacher habt.

00:18:57: Darunter findet Ihr das kostenlose Rezept als PDF zum Anklicken und natürlich wäre es für Euch am bequemsten wenn Ihr den ebenfalls kostenlosen Newsletter abonniert damit ich euch alle Rezepte dieses Podcasts per E-Mail zusenden kann.

00:19:11: Schreibt dazu einfach eine ganz kurze Mehr an Rezepte et nulsternendeluxe.de.

00:19:25: Die Obergine ist in diesem Rezept eine sehr dankbare Zuchtart, die sich quasi alleine zubereitet.

00:19:31: Heizt einfach euren Backofen vor auf zweihundertdreißig Grad um Luftgrillen oder wenn euer Backofend diese Einstellung nicht hat dann nehmt ihr einfach nur die Grillfunktion.

00:19:41: Die Aubergine werden vorher rundherum mit einer Gabel eingestochen, nicht weil wir ihnen etwas Böses wollen sondern weil sich beim Backen im inneren Wasserdampf bildet.

00:19:50: Die kleinen Löcher funktionieren wie Sicherheitsventile.

00:19:54: Der Dampf kann entweichen.

00:19:55: Die Aubergine platzt nicht auf und das Fruchtfleisch wird gleichmäßig weich und cremig.

00:20:00: Leg die Auberginen danach einfach auf ein Backblech, da wir ihnen mit großer Hitze zu Leibe rücken und der Garvorgang zwischen dreißig und vierzig Minuten dauern würde ich kein Backpapier verwenden – das verkuckelt euch dann nur!

00:20:14: Wenn das allerdings mit euren Auberginen im Backofen passiert, dann ist es gar nicht schlimm sondern sogar gewollt.

00:20:20: Es ist fantastisch welche Aromen sich auf diese Weise in der Aubergine bilden.

00:20:25: sie wird weich und süßlich und wenn die Außenhaut richtig verbrennt kommen auch noch Rauch- und Röstaromen dazu.

00:20:32: also nur Mut liebe Koch rookies!

00:20:34: Die Schale der Auergine darf ruhig verbrennen in eurem Ofen.

00:20:38: wir brauchen Sie nachher sowieso nicht mehr.

00:20:40: Nach dreißig bis vierzig Minuten nehmt ihr die Aubergine bitte aus eurem Backofen heraus und schneidet sie mit einem Messer einmal der Länge nach auf.

00:20:49: Weitet den Schnitt, damit die Auberginen ausdampfen können.

00:20:53: Während Sie noch im Ofen garen könnt Ihr aber schon die vier Bacon-Scheiben knusprig anbraten.

00:20:57: Das gelingt euch am besten, wenn ihr die vier Scheiben nebeneinander in eine kalte beschichtete Pfanne ohne Fett legt und diese stark erhitzt.

00:21:05: Einmal wenden bitte, wieder scharf anberaten und danach auf ein saugfähiges Küchenpapier legen.

00:21:11: Gerne auch ein zweites oben drauf und leicht mit den Fingern andrücken!

00:21:15: Es geht mir natürlich nicht darum den Bacon dadurch gesünder und fettärmer zu machen – nein das geschieht alles im Namen der Knusprigkeit.

00:21:24: Wenn der Bacon erkaltet und knusprig ist, zerteilt ihn bitte mit einem Messer in kleine Stücke die wir nachher über unsere fertige Pasta streuen können.

00:21:34: Ihr könnt jetzt tatsächlich schon damit beginnen gesalzenes Nudelwasser zum Kochen zu bringen und damit wisst ihr auch schon dass unser Essen bereits kurz vor der Fertigstellung ist.

00:21:43: es geht nämlich wirklich easy und super schnell weiter.

00:21:46: wenn das Wasser kocht sofort die Spaghetti darin al dente kochen Während die Nudeln kochen, schnappt ihr euch bitte einen Esslöffel und scharbt damit das gegarte Fruchtfleisch aus den beiden Oberginen heraus.

00:21:59: Erhitzt in einem Topf etwa sechs Esslöffel Olivenöl und brate darin die drei Knoblauchzehen an, die ihr zuvor natürlich geschält und kleingewürfelt habt.

00:22:09: Gebt dann das Oberginenfruchtfleisch hinzu und zerteilt dieses mit einem Kochlöffel, während es erwärmt wird.

00:22:16: Würzt das Ganze jetzt mit den zwei Teelöffeln geräuchertem Paprikapulver und sorgt für etwas Frische – mit den Zwei-Telefeln Zitronensaft.

00:22:24: Ordentlich Salz und Pfeffer dran!

00:22:26: Und danach bitte das Fruchtfleis der Obergine mit dem Zinken einer Gabel zu einer Creme zerdrücken.

00:22:32: Sobald die Pasta im Topf so gut wie fertig ist, ist das Nudelkochwasser perfekt mit aus den Nudeln ausgeschwemmter Stärke angereichert.

00:22:41: Sodass ihr sie jetzt verwenden könnt um wirklich eine cremige Sauce zu erzeugen.

00:22:48: Ich habe eine kleine Suppenkelle verwendet und ungefähr drei Kellen von dem Stärke Wasser aus dem Nudeltopf zur Oberginsauce gegeben.

00:22:56: ich denke dass könnten so acht bis neun Esslöffel entsprochen haben.

00:23:01: Ihr nähert euch da am besten selbst an, dabei habe ich immer den Eindruck dass die Zauberei mit dem Nudelwasser etwas besser funktioniert wenn man die Hitze im Soßentopf dabei kurzfristig erhöht.

00:23:12: Jetzt ruhig nochmal mit den Zinken der Gabeln nacharbeiten und die vier Esslöffel feingeriebenen Parmesan einrühren.

00:23:19: Dabei darf dann die Hitzen im Topf aber schon wieder etwas niedriger gestellt werden.

00:23:23: Mit einem Induktionsherd geht das natürlich super easy.

00:23:26: Wenn ihr nicht mit Induktion kocht, ist diese anlassbezogene Temperaturveränderung natürlich nicht so einfach möglich aber das wird die Sache nicht zum Scheitern bringen.

00:23:36: Das verspreche ich euch.

00:23:38: Gebt jetzt die abgetrofften Spaghetti in den Topf zur Sauce und rührt nochmal um.

00:23:42: Schneidet die beiden Frühlingszwiebeln in feine Ringe.

00:23:45: Wenn Ihr die Pasta mit der Sauce auf Euren Teller anrichtet streut ihr zum Abschluss die Frühlings-Zwiebelringe darüber und verteilt ein Handvoll der knusprigen Baconstückchen darüber.

00:23:57: Zum Schluss würde ich nochmal ein paar Tropfen Olivenöl überall dem verlieren, auch noch mal mit etwas Pfeffer aus der Mühle für einen Kick sorgen!

00:24:07: Und dann liebe Koch Rookies heißt es genießen!

00:24:11: Geschmacklich ist diese Pasta ein kleines Spiel mit Gegensätzen.

00:24:15: Die Aubergine ist durch die brutale Hitze im Ofen zu einer samtigen, fast schon buttrigen Creme geworden.

00:24:21: Sie schmeckt mild und leicht süßlich trägt aber gleichzeitig diese dunklen Rauch- und Röstaromen in sich, die man sonst eher vom Grill her kennt.

00:24:31: Das geräucherte Paprikapulver zieht diese Spur noch ein bisschen weiter und gibt der Sauce Wärme und Tiefe ohne sie schwerzumachen.

00:24:39: Dann kommt der Parmesan dazu, salzig, würzig und voller Umami.

00:24:43: Er verbindet sich mit dem Olivenöl und dem stärkerhaltigen Nudelwasser zu einer Sauce die sich regelrecht um jede einzelne Spaghetti legt.

00:24:52: Und genau in den Moment in dem man denkt das Ganze könnte jetzt sehr mächtig werden Kommt die Zitrone ins Spiel.

00:24:58: Diese zwei kleinen Teelöffel wirken wie ein geöffnetes Fenster in einer warmen Küche.

00:25:04: Plötzlich ist da Frische Klarheit ein feiner Säure-Kick, der die süße der Aubergine hervorholt und gleichzeitig das Fett von Olivenöl, Parmesan und Bacon geschmacklich ausbalanciert.

00:25:17: Obendrauf knackt der Bacon salzig und herzhaft zwischen den Zähnen während die Frühlingszwiebeln noch einmal frische leichte Schärfe und einen bisschen frischen Biss mitbringen!

00:25:28: Ihr habt also cremige Auberginen, rauchige Tiefe, würzigen Parmesan, knusprigen Bacon und diesen hellen Zitronenmoment, der alles zusammenführt.

00:25:41: Eine Pasta die schmeckt als hätte sie den ganzen Nachmittag auf einem Holzkohlegrill verbracht und sich kurz vor dem Servieren noch einmal frisch gemacht!

00:25:49: Und damit habt ihr heute wirklich einmal eine ganz andere Paster-Variante auf dem Teller.

00:25:55: keine klassische Spaghetti Napoli bei der die Tomate den Ton angibt.

00:26:00: Keine Carbonara, bei der Ei, Käse und Speck alles zusammenhalten.

00:26:04: Hier spielt die Aubergine die Hauptrolle weich, rauchig, cremig und mit deutlich mehr Charakter als man ihr im Gemüseregal vielleicht zutrauen würde.

00:26:14: Dazu kommen der knusprige Bacon, der Parmesan und dieser kleine aber entscheidende frische Kick von der Zitrone.

00:26:20: Das Ergebnis ist vertraut genug, um sofort zu funktionieren.

00:26:24: Aber ungewöhnlich genug damit man nicht das Gefühl hat einfach nur zum hundertsten Mal dieselbe Pasta zu essen!

00:26:31: Vielleicht ist genau das der schönste Beweis dafür dass ein gutes Nudelgericht nicht immer Tomatensauce oder Sahne braucht.

00:26:38: Manchmal reicht eine Aubergine die im Ofen ein bisschen zu weit gegangen ist und genau dadurch plötzlich alles richtig macht.

00:26:48: Also haut rein, liebe Koch Rukis und lasst euch diese ziemlich andere, ziemlich rauchige und ziemlich leckere Pasta gut schmecken.

00:26:58: Macht es gut bis zur nächsten Folge.

00:27:00: euer Damian Dieser Podcast ist nicht kommerziell.

00:27:06: für Produkte die ich erwähne oder empfehle erhalte ich keine Zuwendung irgendwelcher Art.

00:27:10: Ich empfehlen sie ausschließlich aufgrund meiner persönlichen Erfahrung und Überzeugungen.

00:27:14: Alle Meinungen die hier vertreten sind ebenfalls aufgrund meine Erfahrungen gebildet.

00:27:18: Das heißt ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass ihr die letzte Weisheit darstellt.

00:27:21: Wenn du Meinung, die ich hier äußeren nicht teilen kannst dann ist das legitim und toll denn das bedeutet, dass du dich mit dem jeweiligen Thema bereits auseinander gesetzt hast.

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